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Mallorca – einmal quer drüber

11 Jan

Für alle, denen der Tag mit Stadtrad in Palma gut gefallen hat und die jetzt auch mal ein bisschen mehr radeln wollen – hier eine Empfehlung zu einer Radwoche mit meinem alten Schweizer Mitstreiter Peter Haudenschild:

https://kulturrad.jimdo.com/

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Darf’s ein bisschen später sein? – Weihnachten in Spanien

6 Jan

Diese Notiz schreibe ich am 6. Januar. Die Kirchen sind auf, die Geschäfte zu. Und der deutsche Urlauber wundert sich. Alles zu, ausgerechnet am ersten Samstag nach Silvester? Wie kann das sein? Es kann, denn es ist der Tag der heiligen drei Könige.

Traditionell gibt es in Spanien erst heute die Weihnachtsgeschenke und nicht wie bei uns schon am 24. oder 25. Dezember. Und wenn wir uns – es begab sich aber zu der Zeit – die biblische Weihnachtsgeschichte noch einmal vor Augen führen, dann ist das auch ganz logisch: In der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember wird Jesus geboren. Dabei: nur Maria und Josef, Ochs und Esel sowie die Hirten auf dem Felde. Ein paar Tage später kommen dann auch noch die drei Könige oder Weisen aus dem Morgenland hinzu. Und die erst bringen die Geschenke!

Klingt folgerichtig? Ist es auch. Gewinner sind die spanischen Kinder, denn die werden inzwischen meist gleich zweimal beschenkt – zu Weihnachten und am sechsten Januar.

Ich wünsche allen Lesern ein prima 2018 mit vielen schönen Bescherungen!

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On Top Of the World

30 Okt

… ist man zwar auch hier nicht, aber doch ganz schön hoch über dem Alltag: nämlich auf dem Dach der Kathedrale von Palma. Seit einiger Zeit schon kommt man da rauf, aber die nächsten Monate nicht mehr, da ist erstmal eine Winterpause angesagt. Bis nächstes Jahr April.

Auf dem allerletzten Drücker haben ein paar Freunde und ich es aber 2016 gerade noch geschafft und Palma von oben bestaunt. Und das sieht so aus:

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Etwas im Hintergrund – die Basilika San Francisco

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Hier kommen noch etliche Fotos hinzu. Das allerdings kann noch ein Weilchen dauern, da ich derzeit ein (Überladungs-)Problem mit meinem Laptop habe. Geduld!

 

Mallorquinische Dreifaltigkeit – Der unbekannte Heilige

11 Mai

Auch wenn Sie keinen wirklich brandneuen Reiseführer dabei haben, werden Sie  vermutlich wissen, dass die Insel Mallorca immerhin eine Heilige hervorgebracht hat, nämlich Catalina Tomàs aus Valldemosa.

https://de.wikipedia.org/wiki/Catalina_Thom%C3%A1s

Seit letztem Herbst jedoch hat sich die Zahl der örtlichen Heiligen verdoppelt. Weil der Papst anlässlich seines USA-Besuchs den mallorquinischen Franziskaner Junipero Serra heilig gesprochen hat, der es weit, nämlich als Missionar bis nach Kalifornien gebracht hatte, wo er immerhin San Francisco gründete. Das dachte ich jedenfalls.

https://de.wikipedia.org/wiki/Jun%C3%ADpero_Serra

Bis ich heute durch den kleinen, aber sehr feinen Mallorca-Führer von Tomàs Vibot darauf aufmerksam gemacht wurde, dass es noch einen dritten Heiligen Mallorcas gibt. Und das ist San Alonso Rodríguez. Der kam  ursprünglich aus Segóvia, wo ihn ein schweres Schicksal ereilte: die Ehefrau und zunächst zwei Kinder, dann auch noch das dritte, wurden durch Krankheiten dahingerafft. Alonso entsagte daraufhin allem Weltlichen, wurde Jesuit, verbrachte die nächsten 46 Jahre bis zu seinem Tod als Pförtner im Monti-sion Kloster in Palma und wurde 1887 heilig gesprochen, also sogar noch vor Catalina Tomàs.

https://de.wikipedia.org/wiki/Alphonsus_Rodriguez

 

 

 

Durch die Wüste

13 Apr

Nachdem ich mich schon eine ganze Weile nicht mehr bei der deshalb ein wenig irritierten Leserschaft gemeldet habe, ist es nun wohl mal wieder an der Zeit. Und leider gibt es auch weniger Angenehmess mitzuteilen. Das hebe ich mir aber lieber für den Schluss auf.

Mein letzter Beitrag hier auf dieser Seite liegt auch schon über ein Jahr zurück. Beides aber wird locker getoppt vom Alter des nun folgenden Fotos.

durch die Wüste

Vor genau vierzig Jahren ist es entstanden. Eine Freundin hat es aufgenommen. Auf der Zugfahrt von Wadi Halfa an der ägyptisch sudanesischen Grenze nach Karthoum, der Hauptstadt des Sudan. Im Zug war es rappelvoll, und wir sind durch die Fenster aufs Dach geklettert, während der Zug mit zwischen zwanzig und dreissig km/h durch die nubische Wüste keuchte. Eine der etwas schemenhaft über das Zugdach laufenden Gestalten bin ich.

Vier Jahrzehnte ist das nun her, und noch immer keucht unser Zug durch die Wüste des Lebens. Aber ich will nicht allzu poetisch werden, sondern lieber darauf aufmerksam machen, dass ich – ‚erst kommt das Fressen , dann kommt die Moral‘ – nach gut vier  Jahren nun doch mal wieder die Stadtrad-Preise erhöhen muss. Und zwar ab dem 1. Mai von bisher  €  28,- auf dann € 33,-.

Die Stadtrad -Touren könnt Ihr weiterhin über verschiedene Reiseleitungen (Thomas Cook, TUI, ITS, Alltours u.a.) buchen, gern auch direkt bei mir: willi@incoming.es

 

https://stadtrad-palma.com/touren/

Rutschiges

28 Dez

Vor genau dreissig Jahren, also 1984, arbeitete ich als Chefanimateur im damals noch ziemlich neuen Club Aldiana Fuerteventura. Nach einem, vielleicht auch mehreren Absackern in der Clubdisco wankte ich mehr nach Hause, als dass ich ging. Der Wind blies heftig, wie er das auf Fuerte häufig tut und liess mich die rapide austrocknenden Kontaktlinsen spüren. Und wehte, noch bevor ich die Gefahr erkannt hatte, die Linse aus meinem linken Auge. Der Boden dort war mit diesem schnell und dicht wachsenden Sukkulenten-Zeugs bedeckt, das in Spanien als ‚Corre-Corre“ bekannt ist. Trotz meines etwas angedudelten Zustandes merkte ich mir die Bungalowgruppe, vor der das Ganze passiert war, ging nach Hause und schlief erstmal meinen Rausch aus.

Am nächsten Morgen kramte ich meine Brille hervor und begab mich zum Frühstück. Vorbei an besagten Bungalows. Ich blieb stehen, trat zwischen die Pflanzen, lupfte eines der vielen Tausend Blättchen und steckte meine darunter liegende Kontaktlinse ein.

Diese Geschichte hat gleich mehrere „Morales“:

1.) Vollverarschung – Die Linse war durch Austrocknen an der Seite leicht eingerissen und nicht mehr brauchbar.

2.) Hätte ich mit durchaus vergleichbarer (Un)Wahrscheinlichkeit im Lotto gewonnen, hätte ich mir viele Jahrhunderte lang Kontaktlinsen kaufen können. Und noch so einiges mehr…

3.) Es trifft immer die Falschen. Und wenn’s mal den Richtigen – also z.B. mich – trifft, trifft ihn das Falsche.

Aber – „Hurra wir leben noch“ und in diesem Sinne schonmal einen sauguten RUTSCH!

Der Ballermann, das Blasorchester und die Gelbe Gefahr

24 Jul

Am Ballermann darf nicht mehr geballert werden. Jedenfalls nicht aus Eimern. Und nicht am Strand. Dort ist das „Eimersaufen“ inzwischen nämlich verboten. Anfangs schickte man noch Trupps von Lokalpolizisten in Begleitung von Dolmetschern zwecks Aufklärung der darob etwas ratlosen Kegelbrüder und Fussballfreunde an den notorischen Strandabschnitt. Inzwischen aber wird scharf geschossen. Wer beim Eimersaufen am Strand erwischt wird und keinen Personalausweis dabei hat – also alle – wird von der Polizei ins Hotel begleitet, wo die Personalien aufgenommen und eine ‚Multa‘ (Ordnungsgeld) von schlappen  € 200 pro Nase kassiert wird.

Der für den angestrebten „Qualitätstourismus“ an der Playa de Palma beabsichtigte Komplettumbau der Playa ist zwar mangels finanzieller Masse auf den Sanktnimmerleinstag verschoben worden, offenbar hat sich aber die Stadtverwaltung  hier auf der untersten Ebene eine neue, sprudelnde Einnahmequelle erschlossen. Und da auch hierzulande die Politiker meist gar nicht, geschweige denn etwas weiter denken, bleibt das voraussehbare Gejammer im nächsten Jahr und nach den Kommunalwahlen abzuwarten. Leidtragende sind dann Kellner, Bratwurstbrater, Einzelhändler und Hotelpersonal. Denn Saufen kann man auch in Bulgarien, und es ist nicht anzunehmen, dass trinkfreudige Vereinsmeier künftig eins zu eins durch karierte Golfhosen und Rolex tragende „Qualitätstouristen“ ersetzt werden.

Während also an der Playa Ruhe und Ordnung einkehren, ploppt der Deckel auf der anderen Seite von Palma, nämlich in Magaluf wieder hoch und der Topf schwappt über. Dort hausen britische Youngster und die saufen noch konsequenter als die Ballermänner – ‚Sex on the Beach‘ wird da nicht nur getrunken, sondern allabendlich zelebriert. Der diesjährige Trend an der ‚Punta Ballena‘ – das ist der britische Ballermann: Blowjobs gegen Freidrinks. Für alle des Englischen nicht Mächtigen – das ist das, was seinerzeit zwischen Monica Lewinsky und Bill Clinton ablief und von dem Clinton damals meinte, es habe nichts mit Sex zu tun.

Grosse Aufregung bis hinauf auf die Regierungsebene. Die britische Regierung ist empört und verlangt die Schliessung der beteiligten Lokale. Der Polizeichef von Calvia, das ist die sehr reiche Gemeinde, zu der auch Magaluf gehört, bemerkt hingegen süffisant, er und seine Leute seien schliesslich nicht für die unzureichende Erziehung britischer Kids verantwortlich. Womit er wohl Recht hat.

Ein Leser der ‚Ultima Hora‘ bringt es schliesslich auf den Punkt und schreibt, all das habe es in Punta Ballena immer schon gegeben und jeder in der Gegend wisse das auch. Das Neue sei, dass die Kids sich inzwischen permanent mit ihren Smartphones filmen und alle Schweinereien sofort auf Facebook posten. Ein zutreffender, wenngleich verblüffender Aspekt. Es gibt nix Neues unter der Sonne, aber jetzt wird’s gefilmt.

Wo aber bleibt die im Titel angekündigte Gelbe Gefahr? Kommt sofort: Immer mehr Chinesen machen mithilfe eines von der spanischen Regierung geförderten Schwarzgeldprogrammes hier Restaurants, „Happy Fish“-Läden (Fische knabbern an Touristenfüssen) und Ein-€uro-Ramsch-Läden auf. Und manche sagen sogar ganz offen worauf das Ganze hinausläuft:krSchamloser Supermarkt gegenüber dem Hotel Kontiki an der Playa de Palma

 

Was uns in Spanien schon wieder blüht

19 Jun

…weiss ich auch nicht. Denn eigentlich wollte ich was zu dem Baum links neben dem rostroten schreiben. Das ist nämlich einer meiner Lieblingsbäume, ein Jacaranda, eine im ganzen Mittelmeerraum und in Nordafrika wunderschön und tiefblau blühende Akazie. Leider hab ich das ein bisschen zu sehr auf die lange Bank geschoben und nun blüht er kaum noch. Mit Argusaugen kann man vielleicht noch den einen oder anderen fast fliederfarbenen Tupfer entdecken. Mehr im Oktober/ November, da kommt die zweite Blüte.

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Wie der rostrote Baum daneben heisst, weiss ich auch (noch) nicht, hoffe es aber bald in Erfahrung zu  bringen…

Vom roten Baum zur roten Furie „La Roja“. Die wurde ja gestern von Chile ‚entthront‘ während sich gleichzeitig (und keineswegs ‚zeitgleich‘) der bisherige spanische König Juan Carlos selbst entthront hat. Etwas, das vielen gewählten Staatschefs weniger leicht fällt. Einen neuen König haben wir schon und von „La Roja“ wird man spätestens bei der EM in zwei Jahren auch wieder hören.

Zum Schluss noch ein Philosoph – dieser hier:

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Das ist Ramon Llull, ein Philosoph, Theologe und Mathematiker aus dem 13. Jahrhundert. Und der bedeutendste Mensch, den die Insel Mallorca jemals hervorgebracht hat. Selbst Rafael Nadal kommt da nicht mit. Llull hat sich sehr um den Dialog zwischen Juden, Christen und Muslimen bemüht. Und das zu einer Zeit, als die allgemeine Maxime noch lautete „Und willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein.“ Unten auf dem Sockel ist in Arabisch und auf Latein ein Zitat von ihm zu lesen:

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Mein alter Lateinlehrer wusste es schon damals – diese Sprache kann man immer brauchen. Für alle, die kein Latein hatten:

Gerechtigkeit sorgt für Frieden und Unrecht für Krieg.

Demütige Worte sind Boten des Friedens und hochmütige des Krieges.

Das soll sich unser Bundespräsident Joachim I mal hinter die Ohren schreiben. Und zwar ganz dicke!

 

 

 

Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühn!

24 Mrz

Stimmt! Allerdings ist diese Zeile aus ‚My Fair Lady‘ etwas unpräzise, denn natürlich blühen auch hierzulande die allermeisten Blüten – und wenn man mal von den Oliven absieht – nicht grün, sondern in so ziemlich allen Farbtönen des Spektrums. Es fängt mit der weissen bis rosafarbenen Mandelblüte schon im Januar an. P1010473

Weiter geht es so ab Ende Februar mit den für Mallorca mindestens ebenso typischen aber nicht ganz so berühmten, gelben Margariten. Hier ein Foto von heute und von einem x-beliebigen Strassenrand.

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Und im März blüht dann der Judasbaum. Der heisst so, weil sich Judas Ischariot an einem solchen erhängt haben soll. Daraufhin sei der Baum vor Scham rot angelaufen. Ausserdem sollen die runden Blätter, die sich ähnlich wie beim Mandelbaum erst während der Blüte bilden, an die Silbermünzen erinnern, die Judas für seinen Verrat erhielt. Im Übrigen ist ja bald Ostern und da passt das dann ganz gut. Mich erinnern die Blüten mehr an roten Heringssalat, weshalb ich in unserer etwas unchristlichen Zeit für eine Umbenennung in „Roter-Heringssalat-Baum“ pädiere. Und so sieht der aus:kr

Ja und zum Schluss noch ein Update zu meinem letzten Blog, gleich unter diesem hier. Wir erinnern uns – das letzte Sumpfgebiet im Süden Mallorcas wird trocken gelegt und platt gemacht, um – superkreative Idee – einem Einkaufszentrum zu weichen. Da die mallorquinischen Umweltaktivisten, anders als ihre deutschen KollegInnen, noch nicht den Dreh raushaben, wie man sich medial effizient an Bagger oder Bauzäune kettet und daher weiterhin auf verlorenem Posten und in Facebook kämpfen, gehen die Bauarbeiten und die Zerstörung munter, aber noch nicht mal besonders schnell weiter. Augenblicklich sind sie sogar gestoppt, denn man hat giftige Ablagerungen entdeckt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Immerhin!

Ses Fontanelles – heute und durch eben diesen Bauzaun fotografiert:

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Wie man sieht, blüht selbst dort direkt hinter hinter dem Zaun noch was. Die Natur ist halt zäh, und in weniger als hundert Jahren werden dann vermutlich die Ruinen des Einkaufszentrums wieder im Sumpf versinken.

In diesem Sinne –  trotzdem frühlingshafte Grüsse von

kr

Feuchtgebiete

29 Nov

Feuchtgebiete kommen in der LITERAtur inzwischen recht häufig, in der NAtur aber immer seltener vor. Wussten Sie, dass die Partymeile hinter dem Ballermann 6 früher ein Sumpf war? Heute ja irgendwie auch wieder, damals aber nicht mit Schluckspechten, sondern mit Enten, Reihern (!) und übrigens auch Anopheles-Mücken. Das sind die, die Malaria verbreiten. Und Malaria gab es, man mag es kaum glauben, am heutigen Ballermann bis ins 19. Jahrhundert. Als Gegenmittel wurde Palo verabreicht. Ein von mallorquinischen Mönchen erfundener Schnaps, der neben Johannisbrot und Enzian auch Chinarinde enthält, und die wurde später der Grundstoff für das Malariamittel Chinin.

Malaria haben wir auf Mallorca zum Glück inzwischen nicht mehr, aber noch ein klitzekleines Feuchtgebiet. Das heisst ‚Ses Fontanelles‘ und befindet sich bei Can Pastilla, gleich am Anfang der Playa de Palma.

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Wenn man auf der Autobahn von Palma kommend bei der Ausfahrt 10 abbiegt, kommt man direkt daran vorbei. Gegen Abend sieht man dort gleich neben der Strasse hinter Schilfrohr die Schlafbäume von etwa 60 dort beheimateten Weissreihern. Die sitzen bei Sonnenuntergang zuhauf auf diesen Bäumen. Sieht ein bisschen so aus, als ob es geschneit hätte, und zwar  ziemlich dicke Flocken.

Nicht mehr lange! Denn auch dieser Sumpf, neben dem Naturschutzgebiet Albufeira Park bei Alcudia der letzte auf Mallorca, wird nun trockengelegt. Geschafft haben das millionenschwere Investoren in enger Kooperation mit der lokalen Politik, die sich im Trockenlegen von Sümpfen bestens auskennt. Im hiesigen Gefängnis gibt es inzwischen einen eigenen Trakt für wegen Korruption verurteilte Politiker. Immerhin.

Schon vor Jahren wurde in der südöstlichen Ecke von ‚Ses Fontanelles‘ das durchaus besuchenswerte „Palma Aquarium“ errichtet. Immerhin eine schonende und sozusagen artgerechte Bebauung. Was aber kommt nun und legt den Sumpf endgültig trocken? Na, kommen Sie drauf?

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Genau, ein Einkaufszentrum! Davon haben wir nämlich viel zu wenige auf unserer Sonneninsel und das nächstgelegene ist immerhin drei endlos lange Kilometer entfernt. Ein deutlicher Bedarf also, auch wenn die Kaufkraft der Einheimischen seit 2008 dramatisch gesunken ist und immer mehr Touristen immer weniger Geld ausgeben. Arbeitsplätze heisst auch hierzulande das Zauberwort. 4000 werden hier angeblich geschaffen. Unerwähnt bleibt, dass die woanders verloren gehen. Ganz besonders im familiären Einzelhandel. Ein klares Nullsummenspiel –  Vorteil Investoren. Ein Leser der Lokalzeitung ‚Ultima Hora‘ hat es in einem Kommentar auf den Punkt gebracht: „Detras de una gran excavadora siempre hay un pequeño politico, con un gran bolsillo“ – Hinter einem grossen Bagger steht immer ein kleiner Politiker mit einem grossen (noch zu füllenden) Geldbeutel.

Hier können Sie sich jetzt nochmal angucken, was Sie bei Ihrem nächsten Malle-Urlaub nicht mehr sehen werden!


Ein richtig traurig stimmendes Video. Leider gibt es ausser meinem Blog kaum Informationen auf Deutsch oder Englisch zu diesem Thema. Die Bürger-initiative ‚Salvem Ses Fontanelles‘ ist aber mit sehenswertem Bild- und Videomaterial bei facebook und YouTube vertreten

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